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Rita Falk

Bizz! im Gespräch mit Bestseller-Autorin Rita Falk

Wie hat es sich angefühlt, die erste Verfilmung „Dampfnudelblues“ auf der Kinoleinwand zu sehen?
Es war ungewohnt und großartig. Eine Riesenfreude, das alles so toll umgesetzt zu sehen. Seitdem leben die Figuren ganz anders in mir, das hilft beim Schreiben ungemein. Ich bin sehr glücklich mit der Umsetzung – ein sensationelles Team, das sich bewährt hat, ist da am Wirken.

Die Darsteller in ihrer Romanen haben ihre Stärken und Schwächen. Wo sehen Sie Ihre?
Die meisten meiner Schwächen sind gleichzeitig auch meine Stärken: Ungeduld. Sie hilft natürlich, Dinge schnell durchzuziehen, manchmal muss sie aber auch gebändigt werden (z.B. von meinem Mann).Neugierde. Wie heisst es so schön – „curiosity killed the cat“. Natürlich aber gerade für meinen Beruf immens wichtig. Gutmütgkeit. Meine beste Freundin sagt immer, ich „sei ein Schaf“. Sehe ich selbst gar nicht so. Es fehlt doch an Weichherzigkeit, gerade in diesen Zeiten, oder?

Da Sie die schönste Zeit in Oberbayern verbracht haben – was zeichnet für Sie den bayerischen Humor aus?
Das sehr Direkte, Trockene. Ohne eine Mine zu verziehen, etwas rauszulassen, wo es mich vom Stuhl haut, auf gut bayrisch gesagt. Kein ChiChi, kein GlitzerGlamour – einfach auf den Punkt gebracht. Siehe Franz Eberhofer. Solche Typen gibt es ja überall, vor allem in der Provinz und das ist auch gut so. Wenn es dann immer heisst „Klischee“ usw. kann ich das ehrlich gesagt nicht mehr hören. Bayern besteht aus haufenweise Klischees, was ist denn so schlimm daran? Das Absurde ist auch gleichzeitig doch das, was wir alle an Bayern lieben, oder?

Bestsellerautorin zu sein bedeutet heute auch, prominent zu sein. Wo sehen Sie die Schattenseiten des Erfolges?
Man kann nicht mehr „einfach“ zum Essen gehen, ins Kino oder auf einen Empfang. Es gibt wenig Privatsphäre. Die  enschen um einen herum, die im engeren Kreis, sind wie ein Schutzraum. Ich genieße es sehr, hier einfach nur die „Rita“ ein zu dürfen. Meine Menschen würden mich auch lieben, wenn ich Gärtnerin wäre und das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit.

Wer ist für Sie eine wertvolle Stütze bei Ihrer Arbeit?
Ganz klar mein Mann Robert. Nicht nur durch seine Erfahrung, als ehemaliger Polizeibeamter. Oft ist mein Mann Security,  Fahrer und Berater in einem. Und er schützt mich vor mir selbst. Thema: Termine, Niederkaltenkirchen Gute Nacht sagen  und so weiter. Ohne ihn ging gar nix. Ausserdem kann ich beruflich, wie auch privat ein großartiges Team hinter und neben mir wissen.

Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Familienalltag und den Vollzeitjob einer erfolgreichen Schriftstellerin?
Siehe oben. Mein Mann muss mich schon manchmal zwingen, wenn ich Schreibphase habe, auch mal Pause zu machen.
Und Organisation. Das Team Rita ist bestens aufeinander eingestellt und abgestimmt. Dass das alles sehr viel ist und anstrengend – keine Frage, aber das Leben ist eben kein Kindergeburtstag (und gerade die sind sehr anstrengend).

Lesungen, Kinopremieren, Termine über Termine. Wo können Sie am besten neue Kraft schöpfen?
Familie, Freunde, Tiere und Natur. Ich vergesse alles, wenn ich ich zu meinen vierbeinigen Lumpen rausgehe. Ich habe ja sehr spät noch das Reiten begonnen und mir gleich was vorgenommen, wovon mir viele abgeraten haben: einen unberittenen Hengst gekauft. Ohne Hilfe vieler hätte ich das nie hinbekommen. Den Tieren ist es egal, wer oder was Du bist. Für sie zählt nur, gehst Du gut mit ihnen um, oder nicht.

Wenn Sie die letzten turbulenten Jahre seit dem Erscheinen Ihres Debütromans im Jahr 2010 Revue passieren lassen: gibt es etwas, was Sie anders machen würden?
Nix.

Bald ist Weihnachten: Was ist das Besondere für Sie in dieser, eigentlich „staaden Zeit“?
Ich genieße sehr, dass um diese Zeit meine Familie, die übers Jahr inzwischen auf der ganzen Welt verstreut ist, bei uns zuhause zusammen kommt. Leider verbringt dieses Jahr mein Sohn Weihnachten bei seiner kanadischen Freundin, was natürlich eine Lücke hinterlässt. Ansonsten ist für mich die „Staade Zeit“ zwischen Weihnachten und Neujahr immer geprägt von einem Rückblick auf’s Alte und der Vorfreude aufs Neue.

Liebe Rita Falk, wir bedanken uns für das Interview und wünschen weiterhin viel Kraft, Erfolg und vor allem Freude!