aus dem Hofbräuhaus

 „…denn Trinken bricht das Fasten nicht“

 

Der Fastenbock des HofbräuhausTraunstein – eine alte Brautradition, denn nach dem Fasching beginnt am Aschermittwoch die Fastenzeit, 40 Tage Enthaltsamkeit bis zum Ostersonntag.

 

Damit das bescheidene Mahl während der Fastenzeit nicht zu karg ausfiel, brauten bayerische Mönche ein besonders kräftiges und nahrhaftes Starkbier. Laut Legende trank ein Mönch an einem Fastentag gerne mal fünf Mass! Jedoch plagte die frommen Brüder das schlechte Gewissen, ob das doch recht süffige Bier den Ansprüchen der Fastenzeit denn wirklich genüge. Daraufhin schickten sie dem Papst ein Fässchen über die Alpen. Dieses wurde auf der langen Reise sauer und alles andere als ein Genuss. So erlaubte das katholische Oberhaupt den Mönchen ihr Fastengetränk. Im 18. Jahrhundert wurde es in München üblich, den bayerischen Kurfürsten zum alljährlichen Anstich des Starkbiers einzuladen und ihm den ersten Krug Bier zu kredenzen. Mit dem Mandat vom 31. März 1751 gestattete Kurfürst Maximilian III. ausdrücklich den öffentlichen Bierausschank. Das Starkbier labte nun jedermann. Aus dieser Zeit stammt auch die Tradition der Starkbierfeste und deren genauer Ablauf: Die Veranstaltung beginnt mit dem Anzapfen und der eigentlichen Bierprobe. Die erste Mass, die früher dem Kurfürsten zustand, wird seit den 60er Jahren dem politischen Oberhaupt gereicht. Es wird allerdings nicht erwartet, dass er die „klassische“ Probe durchführt: das Fastenbier gilt als stark genug, wenn eine Bank, über die das Bier verschüttet wird, beim Aufstehen an der Lederhose kleben bleibt!

Im Hofbräuhaus Traunstein wird der kräftige, süffige Fastenbock gereicht, der in einer Vollmondnacht von Bräu Bernhard Sailer persönlich eingebraut wurde und in den letzten Wochen in den Brauereikellern bis zur bernsteinfarbenen Vollendung gereift ist. Frisch gezapft aus dem original Eichenholz-Fass und kredenzt in echten Steinkrügen erfrischt diese feine Bierspezialität die Gäste (Stammwürze 19,2° Alc. vol. 7,8%). Bereits zum dritten Mal wird heuer im historischen Saal des Hofbräuhaus Traunstein ein lustiges Starkbierfest mit der Stadtkapelle und mit vielen prominenten Gästen aus Wirtschaft und Politik gefeiert und auch bei zahlreichen Wirtsleuten der Brauerei ist ein Starkbierfest fester Bestandteil des bierigen Veranstaltungskalenders. Höhepunkt der Veranstaltung ist das Derblecken, ein politisches Kabarett, in dem über das örtliche Geschehen, witzige Begebenheiten und den einen oder anderen Tritt ins „Fettnäpfchen“ der anwesenden Prominenz mit typisch bayerischem Humor berichtet wird. Das Derblecken geht ursprünglich auf die Begrüßung der Gäste durch ihren Wirt zurück, der früher noch alle Dorfbewohner persönlich kannte und mit den im Ort kursierenden Geschichten und Gerüchten bestens vertraut war. Von humorvollen und selbstbewussten Wirten wurden die Stammgäste gern mit diesen Geschichten „n`aufgschossen“.

Die Bezeichnung „Bockbier“ hat übrigens nichts mit den gehörnten Vierbeinern zu tun. Vielmehr ist die niedersächsische Stadt Einbeck Namensgeber für das ursprünglich von dort stammende Starkbier.