XLVI. Bayerische Eck

Es muaß oafach Sinn mocha

Vor kurzem hob i moi wieda an Artikel über’s Glück glesen. Vui Menschen ham des ja als oberstes Ziel – glücklich sein. Und i gib freili zua – aa fir mi steht des ganz weit obm in meinem persönlichen Wunschzettel für’s Lebn.

Wobei i mi scha oft frog, wos des genau bedeit – Glück. Gsundheit af olle Fälle und dass ma Menschn um sich rum hod, Familie und Freunde, mid dene man se guad vosteht, dene ma votrauen kann und mid dene man oafach ganz unkompliziert immer wieder a richtig scheene Zeit vobringa kann. Dene ma gern hilft, wenn sie Hilfe brauchand und de af da andern Seitn aa fir oan sejba do sand, wenn ma moi an Rat braucht. Und Glück bedeit natürle aa, dass es dene Menschn, de oam am Herzn liegn, guad geht, dass sie gsund sand und koane großn Probleme ham.

Oba is des wirklich scho ois? Is dieses Glück wirkle ois, wos letzendlich zählt im Leben? I glaub, des ist zu weng. Aa wenn se des jetzt undankbar anhört. In dem bereits genannten Artikel hob i nämlich glesen – und des stimmt aus meina Sicht aa – dass es ned des pure Glück is, des oam im Leben zufriedn mocht. Sondern dass ma im Leben vor allem a Bedeutung braucht. De hoißt, dass des eigene Leben, de eigene Existenz, fir oan selba Sinn mocha muas. Sonst mochd oam des ned „glücklich“, so paradox wia se des jetzt vielleicht anhörn mog.

A guads Beispiel sand Kinda. Mid Kinda hod ma vui Freid, oba sie mochand ned automatisch und immer glücklich. Man hod aa moi Ärger und Sorgn und man muaß aa af wos vozichtn für sie. Trotzdem sand Kinda unersetzbar für oam, weil sie dem eigna Leben Sinn gebn. Sie zoign oam, dass ma ned oafach so für oan sejbst af dera Wejd is.

Doch es gibt no mehr Beispui für sinnstiftende Teile des Lebns. De Arbei, de ma mochd, kann do aa dazua ghörn – zumindest, wenn sie oam zufrieden mocha soi und ned bloß zum Gejd vodiena do is. Und vor allem foid mir dazu aa no des Ehrenamt ein, oder allgemein a Engagement für soziale Zwecke. Des Gfui, wos Guads zu doa, kann oam nämlich ganz schee vui gebn. Find i zumindest. Und des kann dann aa koa Gejd der Wejd aufwiegen.

Und deswegn mecht i heid a kloans Plädoyer für den Sinn des Lebens hoidn. Weil mir olle oft so blind hinterm Glück herhetzn, dass ma dabei ganz vogessn, wos eigentlich wichtig is. Und dass grod des Glück jeden Dog irgendwo af unserm Weg liegt und mir oafach bloß bessa hinschaun und zuagreifen missadnd. Jeden Dog a bissl Sinn habn im Leben. A guade Tat, a netts Wort oder oafach a kloane Hilfe leisten. Des bedeutet oba ned, dass ma se für andere aufopfern soll. Oba oafach a wengal mehr darüber nochdenkn, wos Sinn mocha kannt im eigenen Leben. Damid kimmt ma dem eigenen Glück nämlich vui schnella näher.

Ich wünsch Eahna no a scheena restlichen Sommer und ganz vui Erfolg bei der Suche noch Ihrem ganz persönlichen SINN!

Herzliche Griaß
Eahna Dialektwächterin
Isabella Guttenstein