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„Mozart ist meine Passion“

von CHRISTIANE STUTE

Rolando Villazón, einer der führenden Tenöre der Gegenwart, ist auf den Opernbühnen und in den Konzertsälen auf der ganzen Welt zuhause. Neben seiner Bühnenkarriere ist er als Regisseur, Schriftsteller und TV-Persönlichkeit bekannt. Über 20 CDs und DVDs hat er bisher veröffentlicht, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Außerdem erschienen zwei Romane, „Malabares“ (2013) und „Lebenskünstler“ (2017). 2017 wurde er zum Mozart-Botschafter der Stiftung Mozarteum Salzburg ernannt. Er übernimmt von Januar 2019 bis 2023 die Intendanz der traditionsreichen Mozartwoche der Stiftung Mozarteum.

© Dario Acosta/ DG

Herr Villazón, Sie sind auf den Opernbühnen rund um den Erdball zu Gast und beherrschen praktisch das ganze Repertoire von der klassischen Oper bis zum Musical, und noch vieles mehr. Wie kam es zu der besonderen Begeisterung für Mozart?

Die allererste Oper, die ich jemals gesungen habe war tatsächlich Mozarts „Il Re Pastore“, da war ich Student am nationalen Konservatorium in Mexiko. So richtig verliebt habe ich mich dann 2010 in Mozart, da war ich eingeladen, Don Ottavio zu singen und aufzunehmen. Noch bevor ich die Rolle studiert habe, habe ich Mozarts Briefe gelesen. Seitdem lese ich jede Mozart-Biographie, jedes Essay, jedes Gedicht zu und von Mozart, das ich finden kann, und höre natürlich seine Musik. Er ist ein wunderbarer, der beste Begleiter für mich geworden.

Die Mozartwoche ist seit 1956 fest in Salzburg etabliert und einer der kulturellen Höhenpunkte der Stiftung Mozarteum. Welche Botschaft wird von Ihnen als neuer Intendant ausgehen und wie möchten Sie Ihre eigene Passion für Mozart, dem Publikum vermitteln?

Meine Botschaft, unsere Botschaft wird sein: Mozart lebt! Programmatisch gehen wir zurück zu den Wurzeln und werden die nächsten fünf Jahre nur Mozart im Programm haben – also Mozart pur. Es wird mehr Spielstätten geben als jemals zuvor bei der Mozartwoche, die ganze Stadt Salzburg soll ihren größten Sohn feiern. Jedes einzelne Projekt trägt die mozartische Seele in sich. Und was ich vermitteln möchte ist das Licht und die Freude, die jeder empfindet, der Mozart als Begleiter gefunden hat, so wie ich.

Unter dem Leitgedanken „Mozart lebt…“ werden die kommenden fünf Mozartwochen stehen. Was sind die wichtigsten Projekte im Programm?

Jedes Projekt ist wichtig. Denn jedes einzelne Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit den wunderbaren Künstlerinnen und Künstlern der Mozartwoche geplant und umgesetzt. Ich kann und will da keine einzelnen Projekte hervorheben – da würde ich automatisch anderen Unrecht tun. Alles, was kommt ist wichtig: vom großen szenischen Projekt wie „Thamos, König in Ägypten“ bis hin zu „Mozart‘s Amazing Shadows“ im OVAL im Europark, über die großen Orchesterkonzerte und natürlich die exquisite Kammermusik.

Ein Wunsch, Ihrerseits, als neuer Intendant, war es, die ganze Stadt und weitere Spielstätten mit einzubeziehen. Auf welche Kooperationen dürfen wir uns besonders freuen?

Mir war es besonders wichtig, Salzburg in seiner ganzen kulturellen Vielfalt miteinzubinden. So freue ich mich auf die Ballettgala im Landestheater, Oper im Marionettentheater, Pantomime in der Szene, Kabarett in der Arge, einfach auf alles.

Am 24. Januar 2019 startet Ihre erste Mozartwoche mit rund 60 Veranstaltungen, an mehr als 10 verschiedenen Spielstätten – eine sehr große Aufgabe. Werden Sie persönlich überhaupt die Zeit finden, wenigstens bei einem Teil der Konzerte anwesend zu sein?

Ich habe es tatsächlich so geplant, dass ich bei jedem Projekt dabei sein kann. Ich werde jedes Konzert, jede szenische Aufführung, jede Lesung selber erleben. Zum einen, weil ich diese Erfahrung all denen, die sich einen echten Mozart-Marathon wünschen, ermöglichen möchten. Der zweite Grund ist ganz simpel: ich will selber unbedingt alles sehen und hören.

Herzlichen Dank und viel Erfolg für fünf großartige Mozartwochen in Salzburg!