XLIX. Bayerische Eck

Foische Nachrichtn

 

Ganz ehrlich: Glauben Sie alles, wos sie so lesen? Vor allem im Internet, af Facebook, Instagram und Co.? I ned, denn vui zu oft hab i scho mitbekommen, dass da aa ganz vui Schmarrn verbreitet wird. Leida is oam des ned immer so bewusst. I hab ma deswegn vorgnumma, dass i vui öfter hinterfrog, wos i do so lese. Inzwischen gibt’s ja aa ein schönes, englisches (wos sonst) Wort für des, wos i mein: Fake News.

 

De heidigen Fake News sand übrigens goar nix Neues. Eigentlich sand sie sogaor scho richtig oid. Früher hod des dann oba „Sage“ gheißn und is vor allem mündlich verbreitet worn. De eigentlichen Urheber vo solche Gschichten sand unbekannt. „Sagen“ sind oba mit realen Personen, Orten und Begebenheiten verbundn und habn somit den Anschein eines Wahrheitsberichts. A „Sage“ wui geglaubt werdn. Des ist zum Beispiel anders wia beim Märchen. Sogenannte „moderne Sagen“ kennand de meisten sicher aa – a ganz bekanntes Beispiel is de von da „Spinne in der Yuccaplame“, wo jemand nach furchtbaren Geräuschen a große Spinne im Übertopf seiner Palme findet. Ganz schee gruselig kinnand de „Sagen“ sei. Egal ob de alten Sagen von Teifel und Hexen, oder de neuen von Spinnen und andere Sachen handeln. Oans habns gemeinsam – sie wirken, wia wenn’s woar wärn. Unterstützt wird des Ganze oft dadurch, dass sie zwar ned oam sejba passiert sand, oba zum Beispiel am guadn Freind von am Bekannten. Und dann muaß des ja woar sa. Moind ma.
Genauso funktionieren de „Fake News“, de oba über’s Internet a ganz andern Verbreitungsweg gefunden ham. Mid oam Klick zu Millionen Menschen innerhalb vo Sekunden. Und plötzlich kennt irgendwer irgendwen, dem des genau so aa passiert is. Aiso muass‘ ja woar sa. Manchmoi is sowas richtig gfährlich, vor allem wenn’s um Vorurteile und Hass geht.
Man soid aiso ned einfach ois glaubm, wos ma so hört und sieht. Sondern se vui öfter bewusst mocha, dass auch vui falsche Neuigkeiten im Umlauf sand.
Vor kurzem hob i a oide Bekannte wieda troffen und dabei is mir eingfoin, dass ich scho lang nix mehr vo ihr in de sozialen Netzwerke glesn hob. Früher hod’s praktisch jeden Dog wos online gstellt. Sie hod ma dann verzejt, dass sie sich sejba a Auszeit von Facebook, Instagram & Co gnumma hod. Und dass es ihr damid richtig guad geht und sie af oamoi wieder vui mehr Zeit hod. Zeit, um zum Beispiel aa wieder moi a Buach zu lesen. Des hod’s vorher nimma gschafft. Zu vui Zeid hod des „social networking“ gfressn. Scho Wahnsinn, irgendwie. Oba wenn ma ehrlich is – dann hod ma des sejba aa scho festgstellt. Außerdem mocht’s unglücklich, wenn zu viel „online“ is. Denn do griagt ma doch, wenn man ehrlich ist, immer die vermeintlich tollen Lebensschichtn vo den anderen präsentiert. Eine heile Wejd nach der andern. Koa Wunder, wenn oam des eigene Leben dabei ganz gloa und unglücklich erscheint. Dabei is de Wejd im Internet oafach nur des, wo sie is: Ned wirklich, ned echt und in ganz vielen Bereichen gestellt. Eben einfach „Fake News“.
Vielleicht moch i jetzt aa amoi a Pause von den sozialen Netzwerke. Vo de ganzen „Fake News“ und de erfundenen „heilen Welten“. Und les moi wieda a Buach. Hob i ohnehin scho lang nimma getan.
I wünsch Eahna an guadn Start ins Frühjahr! Egal ob mid oder ohne soziale Netzwerke, oba imma mid dem Wissen, dass ma ned ois glauben derf, wos ma segt und liest.

Herzliche Griaß
Eahna Dialektwächterin
Isabella Guttenstein