LII. Bayerische Eck

A perfekta Dog

 

Wos is eigentlich a perfekta Dog? A Dog, an dem wos ganz Besonders passiert? Oana mid ganz außergewöhnliche Erlebnisse? Wos mocht an Dog wirklich perfekt? A große Frage und eigentlich ganz oafach.

Für mi is der perfekte Dog ganz unspektakulär. So a Dog wia heid oana war zum Beispui. Ohne Weihnachtsstress und Jahreswechselvorbereitungen. A Dog ohne bestimmte Verpflichtungen, an dem ma mocha und sein lossn kann, wos ma mecht. Und wenn’s draußen grau is, mochd des aa nix. Dann zündet ma se a boar Lichter an und fangt an zu gruscheln. Moi wieder schaun, wos se in de Untiefen der Schränke und Schubladen ois versteckt. Man findet eh nix mehr und des is a super Beschäftigung an so am Dog. Und spannend! Do kemmand Dinge zum Vorschein, an de hod ma scho lang nimmer gedacht. Und bei dera Gelegenheit kann ma aa glei moi des oane oder andere aussortiern. Immer a guads Gfui – oba da drüber haben wir ja scho öfter gredt. Nebenbei kann man a schöne Zeichentrick-DVD einlegen und in Kindheitserinnerungen schwelgen. Oder Fotoalben anschaun. Oder de nächste Reise planen, zumindest im Traum. Und es kann oam omoi ganz egal sein, wos draußen vor der Tür los is.

Kloana Tipp: Koa Zeitung lesn und koane Nachrichten schaun an so am wundervollen Dog! Oafach nur genießen! A bissl mid de Kinder spuin. Legoschlösser baun, Türme stapeln, Barbiepuppen verkleiden. De wiederentdeckten Schätze aus de Schubladen und Schränke neuen Bestimmungen zuführen.
Zwischendurch wos guads essen – ob ned aufwändig kocha, außer man hod do wahnsinnign Spaß dra. An so am Dog muaß ma aa ned af morgn denken. Und wos gestern war, kann ma ausblendn. Des is für mi persönlich a perfekta Dog.

Unser Leben soid mehra solche perfekten, unspektakulären Dog hobn. Und man soid vor allem den Sinn und des Gespür dafür ned verliern. Denn vui zu oft moint ma, perfekt ist nur des Besondere. Man sieht den Zauber in de Kleinigkeitn manchmoi gar nimma. Schad! Deswegen wünsch I Eahna des: Ganz viele perfekte, zufriedene und glückliche „stinknormale“ Dog im neuen Joahr.

Und zugleich sog i „Vergelt’s Gott“ für de vieln Jahre, in denen Sie, hoffentlich mid vui Vergnügn, des Bairische Eck (und de ganze Bizz) glesen ham. Ois hod amoi a Ende, oba des is aa guad so. Weil des mochd Platz für wos Neues! Und dafür is es jetzt Zeit. Mir segn (bzw. lesn) uns wieda, ganz bestimmt. Denn Sie wissen ja: Man segt se immer zwoa moi. Mindestens!

Mochand Sie’s guad und passen’s guad auf Eahna auf!

Servus und herzliche Griaß!
Eahna
Dialektwächterin
Isabella Guttenstein