XXV. BAYERISCHES ECK

bay FahneNei ofanga

 

Heid gibt’s a Jubiläum! Des is nämlich des 25. Bairische Eck! Üba vier Joahr hoidnd Sie’s somit scho mid mia aus. Dafür schenk i mir jetzt a Glasl Wein ein. Und i sog „Vergelt’s Gott“ – an olle, de des Bairische Eck lesen.

So a Jubiläum is ja immer a guada Zeitpunkt, um Bilanz zu zoign. Es is entweder a Höhepunkt (danach geht’s bergab), a Zwischenstation (dann geht’s noch kurzer Pause weiter bergauf) oder a Wendepunkt (do ändert se dann wos Grundlegendes). Aber keine Sorge – es wird af jeden Fall weiter gehen mid dem Bairischen Eck. Vielleicht ist de heutige Folge oba a guade Gelegenheit, um über Wendepunkte und Neuanfänge zu reden. Schließlich beginnt ja aa a neis Johr und vor zwölf Monaten haben wir uns no über guade Vorsätze unterhalten. Mia wollten doch die Welt bewegn! Wos is eigentlich daraus worn – aus den guadn Vorsätze, moin i? Nix ghoidn – stimmt’s? I aa ned. Oba 2015 – do wird’s wos.
Ganz bestimmt!

Mia miassn uns nur an a paar Regeln halten. Erstens miassen wir uns a Ziel setzen. Entscheiden, wo ma hin wollen. Des is goar ned so einfach. Denn meistens wissen wir ned so richtig, wos ma wollen – nur wos ma ned wollen.

Mei, es is ja aa verständlich. Wenn oam des Leben so viele Möglichkeiten bietet – wie soll ma se do entscheiden? Und manchmal is es aa der innere Schweinehund, der oam im Weg steht und den ma so schlecht überwindn kann. Es is hoid aa einfach furchtbar bequem – des eingfohrne Leben. Und wer woaß, ob wos Besseres nochakimmt. Zugegeben – a bissl Feigheit spielt do aa a große Rolle. Oba spätestens dann, wenn’s nur no fad ist und ma den Blick über die Mauer gewagt hat – dann woaß ma: Ejtz muaß se wos ändern. Raus aus den oiden Schuah!

So, damit ham wir zumindest moi an Entschluss, vielleicht na koa ganz konkretes Ziel, oba zumindest a Idee davon. Ejtz wird’s oba erst richtig schwierig. Des muas nämlich jetzt umgesetzt werden – und vor allem hoißt’s jetzt: Durchhalten. I wois ned, wia’s Eahna geht – oba Geduld is ned grod mei größte Stärke. Und deswegen hoid i immer nur dann durch, wenn se wos duad und zwar schnej! Umananda steh, bled schauen und des aaf sich zukomma lassen? Ned mei Sach! Des is deswegen a ganz a gfährliche Station beim Neuanfang. Do foid ma nämle ganz schnej zruck in oide Muster. Wos duad ma in so am Fall? Man mocht am besten glei den dritten Schritt: Man suacht se Unterstützung. Alleine neu ofanga is langweilig. Besser ist es, wenn ma na jemand midreißen kann. Des hod glei a doppelten Effekt: Man duad jemand wos Guades und man kann sejba ned so schnej zruck. Weil des wär ja peinlich. Zu Studienzeiten hob i mia zum Beispiel moi vorgnuma, i muaß jetzt Sport treiben. Aiso haben a Freindin und i uns regelmäßig zum Joggen verabredet. Guad – des is a bleds Beispiel. Weil mia hama des beide ned lang durchgehalten. Sind dann liaba zum Kaffeetrinken ganga. Oba: Probiert haben wir’s! Und jeder für sich alloa wär maximal zwei Moi zum Joggen loszogn. So warn’s mindesten drei Moi.

Am besten is sowieso, man geht möglichst schnej zum vierten Schritt über. Des hoisst…. Ja, wos war jetzt eigentlich der vierte Schritt? Egal, den überspringen wir einfach. Des Wichtigste ist sowieso der fünfte Schritt. So, und den miassen Sie sich jetzt ganz fest einprägen und den dürfen Sie nia ned vergessen. Egal wos des Leben so bringt, ob Sie an Entschluss fassen, sich a Ziel setzen, durchhoiden, no jemand mitziehen, vielleicht mal wieder umkehren oder weitergehen, egal ob’s bergauf geht, oda aa moi ned – es lohnt sich immer, die Bizz zu lesen! Und ned vergessen: S’Leben ist scheee. Und wenn’s grod ned schee is, dann kannt ma vielleicht a bissl wos dran ändern. Es muaß ned glei wos Weltbewegendes sei. Des wird sowieso völlig überbewertet.

Herzliche Griaß
Eahna Dialektwächterin
Isabella Guttenstein

 

Und ned vergessen:
S’Leben ist scheee.