XXVII. Bayerisches Eck

bay FahneOafach leben!

 

Manchmoi moch ma sich des Leben sejba schwar. Dann mochd ma aus ana sprichwörtlichen Mücke an Elefanten, segt Schwierigkeiten, wo eigentlich goar koane san und ignoriert des Wichtigste: S’Lebn is schee. Richtig schee sogar. Oba leida ignoriert ma des vej zu oft. Warum? Guade Frage. Weil’s uns machmoi zu guad geht? Weil ma se nua iba Kleinigkeiten aufregn kann, wenn’s nix wirklich Schlimmes gibt? Wahrscheinlich.

 

Wenn ma’s objektiv betrachten, dann geht’s uns hierzulande echt guad. Do brauch ma uns wirkle ned beschwern. Oba wia’s hoid oft ist: Des wos ma vor der Haustür hod, segt man ned gscheid. Weil ma dran gewöhnt ist. Des wird einem persönlich meist erst dann bewusst, wenn ma vo echte Probleme einghoid wird – oda von andere Leid echte Probleme erzählt kriagt.

Oba manchmoi muass es aa goar ned so weit kemma. Do muass nix passieren, dass ma einsieht, wia glücklich ma se schätzen kann. Do reicht scha a scheens Weda. So wia heid – wo i den Artikel schreib. Heid war traumhafter Sonnenschein. I war zwar im Büro, oba aloa wenn ma vom Fensta raus schaut und den blauen Himmel siagt, oder in da Mittagspause moi an kurzen Spaziergang mocht – des hebt doch die Stimmung gleich enorm. I find, dann merkt ma aa bei andere Leid, wia’s glei bessa drauf sand. Und man gfreid se und denkt: Guad dass jetzt da Sommer kimmt. Zeit is worn. Mehr Licht, mehr Wärme, mehr guade Laune. Und grod dann frogt ma se oft: Warum mochd ma se des Leben manchmoi eigentlich sejba kompliziert? Warum bauscht ma a Nichtigkeit, a falsches Wort von einem Freind oda einer Freindin zu am Affront auf? Warum nimmt ma den kloana Fehler, den ma sejba gmocht hod, goar so schwer? Warum steigert ma se in manche Situationen schon im Voraus rein? Meistens läuft’s dann ohnehin ganz anders, als ma geplant hod. Und sejbst wenn ned – kann ma’s verhindern, wenn ma se vorher schon aufregt? Nein. Aiso!

Komisch, wenn ma’s so aus da objektiven Distanz betrachtet und so aufschreibt, erscheint des ois ganz leicht. Dann woiß ma, dass es bled ist, se wegen so viele Dinge den Kopf zu zerbrechen. Und trotzdem passiert’s imma wieder. Oba vielleicht hilft’s, wenn ma se dann schnej sejba sogt, dass des ois a Schmarrn is. A wenn d’Sun grod ned scheint. Dann kann ma sich ja zum Beispiel aa Kopfhörer aufsetzen und a boar guade Lieder hören. Des hilft aa! Und ganz schnej mechd ma dann wia da Donikkl einfach nur singen: „Heid is so a schöna Dog!“ Genau. Oafach lebn. Jeden Dog. Des Lebensgfui mid jeda Pore aufsaugn. Denn wenn ma’s ned duad, wird aa nix bessa. Goar nix.

I wünsch Eahna an guadn Start in den Sommer! Und a guade Portion Zufriedenheit. Weil des echte Glück liegt in de kleinen Dinge. Jeden Dog. Man muass s’ nur segn meng.

Herzliche Griaß
Eahna Dialektwächterin
Isabella Guttenstein

 

P.S.: Sie ham schon gmerkt – desmoi is des Bairische Eck a bissl kürzer. Oba i muass heid no „oafach leben“. Und Sie aa. Bis boid!